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Joe Bausch begeistert zum Abschluss des Jubiläumsjahres

Mit einem ebenso unterhaltsamen wie persönlichen Abend sind die Feierlichkeiten zum 750-jährigen Dorfjubiläum zu Ende gegangen. Für den glanzvollen Schlusspunkt sorgte Joe Bausch, bekannt als Pathologe aus dem Kölner Tatort, langjähriger Gefängnisarzt und erfolgreicher Autor. Bei seiner Lesung in der ehemaligen katholischen Kirche begeisterte er das Publikum mit Geschichten aus seiner Kindheit, Einblicken in den Gefängnisalltag und viel trockenem Humor.

Bürgermeister Ulf Ludwig hieß den prominenten Gast willkommen und erinnerte an das erste gemeinsame Telefonat. Bereits damals habe er Joe Bausch als authentischen und nahbaren Menschen kennengelernt. Diesen Eindruck bestätigte der Schauspieler und Mediziner im Laufe des Abends eindrucksvoll: sympathisch, bodenständig und ohne Berührungsängste suchte er von Beginn an die Nähe zum Publikum.

Eine besondere Verbindung entstand durch Bauschs Kindheit und Jugend im Westerwald. Er wuchs zunächst im hessischen Ellar und später in Oberzeuzheim auf, bevor er das Gymnasium in Hadamar besuchte. Viele seiner Erzählungen kreisten um Erlebnisse aus dieser Zeit und dürften manchem Gast aus der Region vertraut vorgekommen sein.

Auch der außergewöhnliche Veranstaltungsort weckte Erinnerungen. Die ehemalige katholische Kirche in Wallmerod erinnerte Bausch an seine eigene Zeit als Ministrant. Sichtlich genoss er es, einmal vom Altar aus „predigen“ zu dürfen. Davon, so verriet er augenzwinkernd, habe er schon früher geträumt.

In launiger Atmosphäre nahm Joe Bausch das Publikum mit auf seinen bewegten Lebensweg, der ihn vom hessischen Bauernhof hinaus in die große weite Welt führte. Kurzweilig las er aus seinen Büchern und ergänzte die ausgewählten Passagen durch persönliche Erinnerungen sowie Erfahrungen aus seiner langjährigen Arbeit mit Gefängnisinsassen.

Sein Buch Knast empfahl er scherzhaft als eine Art „Bibel“ für die Vorbereitung auf einen möglichen Gefängnisaufenthalt. In Verrücktes Blut schildert Bausch dagegen seine frühe Kindheit auf dem elterlichen Bauernhof. Bereits als Vierjähriger musste er Schweine versorgen und darauf achten, dass sich die Sauen nicht auf ihre neugeborenen Ferkel legten. Dass er selbst schließlich wie ein „20. kleines Ferkel“ unter der warmen Infrarotlampe einschlief, ließ er zur großen Freude des Publikums nicht unerwähnt.

Auch die Schilderungen seiner stürmischen Jugend sorgten für staunende Gesichter. Bausch machte keinen Hehl daraus, dass er damals so ziemlich alles mitgenommen habe, was es zu erleben gab. Gerade diese Offenheit verlieh seinen Geschichten Glaubwürdigkeit und machte deutlich, warum es ihm gelingt, Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenswelten unvoreingenommen zu begegnen.

Neben den heiteren Anekdoten bot der Abend auch nachdenkliche Einblicke in den Gefängnisalltag. Besonders intensiv beschäftigte sich Bausch mit der Frage, warum rund 95 Prozent der Gefängnisinsassen Männer und lediglich fünf Prozent Frauen seien. Seine humorvoll zugespitzte Erklärung: Frauen seien häufig raffinierter. Zugleich betonte er jedoch, dass Frauen eben auch oft Opfer männlicher Straftaten würden.

In der Pause und nach der Lesung zeigte sich Joe Bausch ebenso kontaktfreudig, eloquent und zugewandt wie auf der Bühne. Er nahm sich Zeit für Gespräche und Begegnungen und unterstrich damit noch einmal den Eindruck, den Bürgermeister Ulf Ludwig bereits bei seinem ersten Telefonat gewonnen hatte. Einer erneuten Einladung nach Wallmerod, versicherte Bausch, würde er jederzeit gerne folgen.

Mit dieser außergewöhnlichen Autorenlesung endete die letzte große Veranstaltung des Jubiläumsjahres. Der Abend verband regionale Erinnerungen, humorvolle Geschichten und bewegende Einblicke zu einem wahrlich krönenden Abschluss der Feierlichkeiten zum 750-jährigen Dorfjubiläum.

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